{"id":3632,"date":"2021-04-20T16:37:56","date_gmt":"2021-04-20T14:37:56","guid":{"rendered":"http:\/\/wp12964331.server-he.de\/experimentelles_design\/?p=3632"},"modified":"2021-04-20T16:39:28","modified_gmt":"2021-04-20T14:39:28","slug":"neustart","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/wp12964331.server-he.de\/experimentelles_design\/2021\/04\/20\/neustart\/","title":{"rendered":"Neustart"},"content":{"rendered":"\n<h3><strong>Kreativit\u00e4t als gesellschaftliche Kraft in der Pandemie<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>\u201e\u00dcberfluss macht erfinderisch?\u201c \u2013 wohl eher nicht. Denn durch das Sprichwort wissen wir, dass es die Not ist, die erfinderisch macht. Seit dem Ausbruch der Pandemie Anfang 2020 ist eine Not da, die einen wahren Kreativschub mit sich bringt.\u00a0<br>Kreativit\u00e4t gilt als notwendige Bedingung f\u00fcr Innovationen, ist bei Bewerbern fach\u00fcbergreifend eines der gefragtesten Skills und ein Muss in jeder Unternehmenskultur. Doch die eigentliche Bedeutung von Kreativit\u00e4t ist viel tiefgreifender. Die menschliche Kreativit\u00e4t ist der Antrieb kultureller und gesellschaftlicher Entwicklung. Man k\u00f6nnte sogar so weit gehen, die gesamte Evolution des Menschen als kreativen Prozess zu bezeichnen. Denn ohne Erfindungen, Entdeckungen und soziale Innovationen w\u00e4ren wir nicht das, was wir heute sind.\u00a0<br>Kreativit\u00e4t ist also nicht eine von vielen Methoden, wie man Innovationen in die Welt bringt, sondern eine Realit\u00e4tsverarbeitung, die immer eine T\u00fcr offen l\u00e4sst f\u00fcr neue Perspektiven und Interpretationen der bisherigen Situation. So erkennt man es ebenso an dem Umgang mit der Corona Pandemie: Der Mensch wei\u00df von Natur aus, wie er Probleme l\u00f6st. Dies sieht man an den zahlreichen ungew\u00f6hnlichen Aktivit\u00e4ten von Unternehmen, die sehr schnell in der Lage waren, von ihrer urspr\u00fcnglichen Branche abzuweichen und einen neuen Weg einzuschlagen. Die Krise ist zwar eine Bedrohung f\u00fcr die Weltwirtschaft, aber trotzdem bietet sie die Chancen, neue Wege zu gehen. Neue Modelle und v\u00f6llig neue M\u00f6glichkeiten werden hervorgebracht, deren rasante Entwicklung wir nur schwer absch\u00e4tzen k\u00f6nnen. Das Virus kann also neben seinen negativen Auswirkungen und Gefahren dennoch als Motor f\u00fcr Innovationen fungieren \u2013 mit weitreichenden Konsequenzen f\u00fcr die Zukunft.\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p>In meiner Masterthesis besch\u00e4ftige ich mich mit der neuen Kreativit\u00e4t, die die Pandemie hervorgebracht hat. Ich selbst habe mich zu Beginn der Pandemie eher in meinem Wirken gehemmt gef\u00fchlt. Die pl\u00f6tzliche globale Hilflosigkeit hat meine Sicht auf viele Dinge ver\u00e4ndert und somit auch meine Interessen in andere Richtungen gelenkt. Ich habe mich bisher viel mit k\u00fcnstlicher Intelligenz und deren M\u00f6glichkeit kreativ zu sein besch\u00e4ftigt. Doch irgendwann war mein Interesse daran ausgebrannt, ich habe eingesehen, dass ich als einzelnes Individuum nur sehr schleppend voran komme und mich lieber einem &#8211; f\u00fcr mich greifbarerem \u2013 Thema widmen m\u00f6chte. Zwischen all den t\u00e4glichen Hiobsbotschaften \u00fcber die neuen H\u00f6chstst\u00e4nde der Infektionszahlen oder stetig weiter steigenden Todesf\u00e4llen, halfen mir vor allem sehr kleine, kreative Projekte aus der ganzen Welt, um neue Motivation zu sch\u00f6pfen. Denn es ist klar, Kreativit\u00e4t und Intelligenz liegen momentan nicht brach, sondern begegnen der Herausforderung. Diesen kreativen Projekten und neuen M\u00f6glichkeiten m\u00f6chte ich mich tiefgreifender widmen. Dazu stelle ich mir folgende Fragen:<\/p>\n\n\n\n<ul><li>Welchen Einfluss hat die Pandemie auf die Kreativit\u00e4t?<\/li><li>Welche neuen L\u00f6sungen brachte die Pandemie hervor? <\/li><li>Kann man anhand der kreativen L\u00f6sungen eine Entwicklung der Pandemie erkennen?<\/li><\/ul>\n\n\n\n<h4>Um eine bessere Vorstellung \u00fcber die neuen, kreativen oder verr\u00fcckten Projekte zu bekommen, habe ich hier kleine Beispiele aufgef\u00fchrt.\u00a0<\/h4>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" width=\"740\" height=\"492\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/wp12964331.server-he.de\/experimentelles_design\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/42e2bbfa-c46c-47b4-aaa7-2f82f6bb3a11_w920_r1.5026737967914439_fpx45.91_fpy44.99.jpg?resize=740%2C492\" alt=\"\" class=\"wp-image-3635\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/wp12964331.server-he.de\/experimentelles_design\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/42e2bbfa-c46c-47b4-aaa7-2f82f6bb3a11_w920_r1.5026737967914439_fpx45.91_fpy44.99.jpg?w=920 920w, https:\/\/i0.wp.com\/wp12964331.server-he.de\/experimentelles_design\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/42e2bbfa-c46c-47b4-aaa7-2f82f6bb3a11_w920_r1.5026737967914439_fpx45.91_fpy44.99.jpg?resize=300%2C200 300w, https:\/\/i0.wp.com\/wp12964331.server-he.de\/experimentelles_design\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/42e2bbfa-c46c-47b4-aaa7-2f82f6bb3a11_w920_r1.5026737967914439_fpx45.91_fpy44.99.jpg?resize=768%2C511 768w, https:\/\/i0.wp.com\/wp12964331.server-he.de\/experimentelles_design\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/42e2bbfa-c46c-47b4-aaa7-2f82f6bb3a11_w920_r1.5026737967914439_fpx45.91_fpy44.99.jpg?resize=520%2C347 520w\" sizes=\"(max-width: 740px) 100vw, 740px\" data-recalc-dims=\"1\" \/><figcaption>Mumbai, India, 02. August 2020. REUTERS\/Francis Mascarenhas<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Ein Fahrstuhl ist zur Zeit einer Pandemie kein Ort, an dem man sich besonders wohl f\u00fchlt. Man ist auf engem Raum mit fremden Menschen eingesperrt. Dank Regulierungen, wie viele Personen sich w\u00e4hrend der Pandemie gleichzeitig in einem Fahrstuhl aufhalten d\u00fcrfen, wird verhindert, dass man sich in dem engen Raum zu nahe kommt. Doch in einem Wohnhaus mit 23 Stockwerken kommen auch auf der Oberfl\u00e4che der Bedienelemente (T\u00fcren auf, T\u00fcren zu, Stockwerk) viele Keime zusammen.\u00a0<br>Damit Fahrg\u00e4ste die Fahrstuhlkn\u00f6pfe nicht ber\u00fchren m\u00fcssen, steht in diesem Aufzug ein Schwamm als Zahnstocherspender parat. Die Bewohner k\u00f6nnen einfach zugreifen, gew\u00fcnschtes Stockwerk mit dem Holzst\u00e4bchen dr\u00fccken und virenfrei ankommen. Allerdings gilt die Gefahr, sich \u00fcber Oberfl\u00e4chen mit dem Coronavirus zu infizieren als vergleichsweise gering. Hierbei geht es vielmehr um das gute Gef\u00fchl welches vermittelt wird, wenn man keine Oberfl\u00e4chen ber\u00fchren muss, die auch viele andere ber\u00fchren. Es wird selbst in kleinen Alltagssituationen gen\u00fcgend Distanz bewahrt. Der Knopf wird nicht direkt mit dem Finger durch Ber\u00fchren gedr\u00fcckt, sondern mit Abstand des Zahnstochers. Dies ist eine sch\u00f6ne Metapher f\u00fcr Social Distancing auf alle Ebenen.\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" width=\"740\" height=\"493\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/wp12964331.server-he.de\/experimentelles_design\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/76af21fa-6bdb-4293-95af-ed5a1d76b2e0_w920_r1.5_fpx30_fpy45.jpg?resize=740%2C493\" alt=\"\" class=\"wp-image-3636\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/wp12964331.server-he.de\/experimentelles_design\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/76af21fa-6bdb-4293-95af-ed5a1d76b2e0_w920_r1.5_fpx30_fpy45.jpg?w=920 920w, https:\/\/i0.wp.com\/wp12964331.server-he.de\/experimentelles_design\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/76af21fa-6bdb-4293-95af-ed5a1d76b2e0_w920_r1.5_fpx30_fpy45.jpg?resize=300%2C200 300w, https:\/\/i0.wp.com\/wp12964331.server-he.de\/experimentelles_design\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/76af21fa-6bdb-4293-95af-ed5a1d76b2e0_w920_r1.5_fpx30_fpy45.jpg?resize=768%2C512 768w, https:\/\/i0.wp.com\/wp12964331.server-he.de\/experimentelles_design\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/76af21fa-6bdb-4293-95af-ed5a1d76b2e0_w920_r1.5_fpx30_fpy45.jpg?resize=520%2C347 520w\" sizes=\"(max-width: 740px) 100vw, 740px\" data-recalc-dims=\"1\" \/><figcaption>Baseball game in San Francisco, 16. September 2020. AP Photo\/Jeff Chiu<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Leere R\u00e4nge vermitteln ein negatives Gef\u00fchl, stehen f\u00fcr schlechte Stimmung und Einsam-keit. Was man nicht sofort sieht: das Bild wurde w\u00e4hrend der Pandemie aufgenommen, bei der es nicht erlaubt ist, mit vielen Personen auf engstem Raum wie einem Baseballstadion zu sein. Um die Distanzen zu wahren, konnten die Dauerkartenbesitzer ein Foto einreichen, welches auf Pappe gedruckt den Fan vor Ort ersetzen soll. Durch die Pappaufsteller der Fans entsteht trotz gro\u00dfem Abstand ein Gemeinschaftgef\u00fchl und eine Zusammengeh\u00f6rigkeit zwischen den Spielern und ihren Fans vorm TV Bildschirm zu Hause.\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" width=\"740\" height=\"493\" src=\"https:\/\/i2.wp.com\/wp12964331.server-he.de\/experimentelles_design\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/16b0a022-4525-4699-827b-25777060e6d6_w920_r1.5_fpx53.34_fpy50.jpg?resize=740%2C493\" alt=\"\" class=\"wp-image-3634\" srcset=\"https:\/\/i2.wp.com\/wp12964331.server-he.de\/experimentelles_design\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/16b0a022-4525-4699-827b-25777060e6d6_w920_r1.5_fpx53.34_fpy50.jpg?w=920 920w, https:\/\/i2.wp.com\/wp12964331.server-he.de\/experimentelles_design\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/16b0a022-4525-4699-827b-25777060e6d6_w920_r1.5_fpx53.34_fpy50.jpg?resize=300%2C200 300w, https:\/\/i2.wp.com\/wp12964331.server-he.de\/experimentelles_design\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/16b0a022-4525-4699-827b-25777060e6d6_w920_r1.5_fpx53.34_fpy50.jpg?resize=768%2C512 768w, https:\/\/i2.wp.com\/wp12964331.server-he.de\/experimentelles_design\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/16b0a022-4525-4699-827b-25777060e6d6_w920_r1.5_fpx53.34_fpy50.jpg?resize=520%2C347 520w\" sizes=\"(max-width: 740px) 100vw, 740px\" data-recalc-dims=\"1\" \/><figcaption>Barcelona, 22. Juni 2020. Emilio Morenatti\/AP\/dpa<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Eugenio Ampudia: Konzert f\u00fcr das Bioz\u00e4n \/ 22 Juni 2020, 17 Uhr \/ Gran Teatre del Liceu de Barcelona<\/p>\n\n\n\n<p>Von vielen Naturkatastrophen kennen wir das Ph\u00e4nomen, dass sich die Natur zur\u00fcckholt, was wir Menschen ihr genommen haben. In einer Zeit, in der wir uns auf enge R\u00e4ume beschr\u00e4nken, unsere Mobilit\u00e4t aufgeben und kaum am \u00f6ffentlichen Leben teilnehmen, ist es an der Natur, diese R\u00e4ume wieder einzunehmen. Das hat den Konzeptk\u00fcnstler Eugenio Ampudia dazu bewegt, die Empathie auf die Beziehung zu einer anderen Spezies zu erweitern und verband Kunst, Musik und ein gro\u00dfes Theater miteinander, indem er die Natur einlud.\u00a0<br>Ein erlesenes Publikum aus 2.292 Pflanzen hatte die exklusive Gelegenheit, vom Klang der Streicher des UceLi-Quartett im Gran Teatre del Liceu in Barcelona, bewegt zu werden. Von den Samtsitzen im Saal aus, konnten die pflanzlichen Zuh\u00f6rer die Harmonien zusammen mit ihren Photosyntheseprozessen aufnehmen. Au\u00dferdem wurde das Konzert per Streaming \u00fcbertragen, um der ganzen Welt und vor allem anderen Musikern, K\u00fcnstlern und Veranstaltern Hoffnung zu spenden. Dieses Happening zeigt, dass eine Schlie\u00dfung der Einrichtungen f\u00fcr Menschen nicht gleichzeitig hei\u00dft, dass man keine Veranstaltungen mehr ausrichten kann. In einer Zeit der Angst und Unsicherheit, gibt diese Aktion Optimismus und Zuversichtlichkeit.\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kreativit\u00e4t als gesellschaftliche Kraft in der Pandemie \u201e\u00dcberfluss macht erfinderisch?\u201c \u2013 wohl eher nicht. Denn durch das Sprichwort wissen wir, dass es die Not ist, die erfinderisch macht. 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