Körper, Prozess, Wahrnehmung

Der Körper als Inspiration.

Ich nehme die Rolle der Beobachterin ein. Ich nutze das Illustrieren als eine Art Spiegel, um mich selbst zu hinterfragen. Ich suche nach dem Eingeschlichenen, dem nicht Greifbaren.

Auf der Suche enttarne ich Automatismen, die mich unterbewusst steuern. Jenes halte ich illustrativ fest.

Wie kann ich mich als Illustratorin von diesen Automatismen lösen?

Wenn ich zeichne, ist es eine Form von Gewohnheit und zwar, wie ich an Dinge herangehe – versteift, vielleicht auch schon eingefahren; von einer bewussten Wahrnehmung ganz ausgeschlossen. Rückblickend betrachtet, nimmt der Körper in meinen Arbeiten immer eine große Rolle ein. Warum zeichne ich den Körper eigentlich so, wie ich ihn zeichne? Gibt es vielleicht auch eine andere Art und Weise ihn zu zeichnen und zu illustrieren?


Drei Apparate

Um diese Fragen zu beantworten baute ich drei Apparate, die die Art wie ich sehe und wahrnehme, täuschen sollen. Sie helfen mir eine neue Perspektive einzunehmen und meine Gewohnheiten zu hinterfragen.


Kopfapparat mit gebogener Lupe:

Das Gebogene verzerrt das Sehen. Dabei entstehen neue Beziehungen zwischen Auge und Gegenstand. Proportionen, wie wir sie kennen, werden durch unterschiedliche Entfernungen neu definiert. Durch die extreme Vergrößerung, die Krümmung der Lupe und die Entfernung von Auge zu Gegenstand, entsteht ein spannender Verdoppelungseffekt, der den Eindruck erweckt in einer doppelten Realität zu leben.


Vergrößerungsapparat mit verlängertem Arm:

Der Apparat stellt eine Erweiterung der Gliedmaßen dar und ermöglicht das genaue Untersuchen und Erkunden unterschiedlichster Körperstellen, die wir durch unseren eingeschränkten Körperradius nicht erreichen.


Kopf-Spiegel Apparat:

Die Spiegeloberfläche generiert Ausschnitte des Körpers, sie ihn rahmt ein. Ich sehe, wie durch fremde Augen, obwohl meine Wahrnehmung die Gleiche bleibt. Ich befinde mich in einem ständigen Austausch zwischen meiner inneren und äußeren Wahrnehmung.


Illustration

Durch diese Apparate entstanden neue Illustrationen.

Dieser Prozess eröffnete mir neue Interpretations- und Umsetzungsspielräume. Nun steht die Frage im Raum, ob Illustrationen selbst zum Körper werden kann?


Objekt

Was passiert, wenn aus Haut Stoff wird? Aus Fleisch Watte? Aus Haar Garn?

Assoziationen steuern die Wahl des Materials. Meine Gedanken folgen ebenfalls einer Gewohnheit; schlussendlich einem Automatismus. Beeinflusst schon die Wahl der Adjektive meine Assoziationen zum gewählten Material? Was passiert, wenn aus Fleisch Ton wird, wenn ich Haut kalt und hart denke?

Fragen, mit denen ich mich derzeitig beschäftige.