Fragestellungen zu Beginn:
- Künstliche Intelligenz – Ist das Kunst?
- Wo ist die Grenze zwischen Generativem Design und durch Menschenhand erschaffene Kunst?
- Muss es eine Grenze geben?
- Siehst Du KI als Gefahr oder Chance (für Deinen Beruf)?
Der Einstieg ins Thema: Mein Tisch

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Das Foto bzw. die Collage meines Tisches besteht aus einer Fotografie meines Esstisches zu Hause mit einem Arrangement aus alltäglichen Dingen: einer Pflanze, ein Laptop, ein Notizbuch, Stifte, eine Tasse und ein Bild an der Wand. Um eine Diskussionsgrundlage und einen Einstieg in das Thema generatives Design und Künstliche Intelligenz im Designkontext zu schaffen, fügte ich eine Einordnung zu jedem Gegenstand hinzu. Wie viel % des Gegenstandes sind von Menschenhand erschaffen und wie viel % von einem Algorithmus.
Das Bild an der Wand ist beispielsweise „The next Rembrandt“ – ein ‚Gemälde‘ von der ING-Group und Microsoft. 18 Monate lang hat ein Team aus Programmierern, Werbern und KI-Experten an der Technischen Universität Delft die Werke Rembrandts analysiert. So ermittelten sie etwas, das sie Rembrandts „Künstler-DNA“ nennen, quasi den Durchschnitt aller Rembrandt-Bilder. Die Forscher ließen einen Algorithmus einen typischen Rembrandt entstehen: einen weißen Mann mit Bart, schwarzer Kleidung mit weißem Kragen, Hut und Blick nach rechts. Diesem Gemälde gab ich die Einschätzung „100% Algorithmus“. Die Pflanze, das Notizbuch, die Stifte und der Tasse gab ich die Werte „100% Mensch“ und der Laptop erhielt „96% Mensch, 4% Algorithmus“.
Das diese Werte ein Schnellschuss und aus dem Bauch heraus gegeben wurden, merkte ich schon bei der ersten Kritik dazu.
Ich hatte bei meinen Überlegungen teilweise die Fertigung der Produkte außer Acht gelassen, welche natürlich heutzutage weitestgehend maschinell durchgeführt wird. Hinter den meisten dieser Maschinen steckt ein Algorithmus. Nicht immer gleich eine Künstliche Intelligenz, aber immer ein Algorithmus. Daher habe ich bei beiden Gegenständen noch einmal nachgebessert und mich nun beim Bild „The next Rembrandt“ für 50% Mensch und 50% Algorithmus entschieden. Ohne die eingespeisten Bilder Rembrandts und das Schreiben des Programmes, wäre dieses Bild nie entstanden. Einen genauen Prozentsatz wird man nicht finden können, dieser soll rein symbolisch sein und nur eine Einordnung des Gegenstandes sein. Ebenso bei der Tasse habe ich nachgebessert auf 10% Mensch, 90% Algorithmus. Wahrscheinlich sind selbst die 10% des Menschen bei diesem Gegenstand zu hoch geschätzt. Sie sind der Prozentsatz für die Idee und die Entwürfe dieser Tasse, ansonsten ist jeder Fertigungsschritt rein maschinell.
Zudem passte ich die Werte ebenso beim Notizbuch und den Stiften an, da auch deren Fertigung weitestgehend von Maschinen mit Algorithmen durchgeführt wird.
Auffällig ist nun, dass das Bild, welches vorher mit Abstand den meisten Algorithmus-Anteil hatte, nun den geringsten hat. Denn scheinbar ist heute alles eine Art Mischform zwischen Mensch und Algorithmus.
Was heißt das für den Designer?
Die Evolution des Designers

Wie geht es nun weiter?

Unter Berücksichtigung verschiedener Faktoren wie Zeit, Budget, Qualität des Ergebnisses,… etc möchte ich einen Designprozess zweimal durchlaufen. Warum zweimal? Ich möchte die Arbeitsweise eines Designers mit der eines Algorithmus vergleichen. Es wird also ein identisches Briefing geben und von der Idee bis zur Realisierung alles einmal von einem Designer durchlaufen: das heißt das Logo, die Schrift wird von Hand gezeichnet,… aber sind dann beim Layouten Zusatzprogramme wie InDesign überhaupt erlaubt??
Bei der Realisierung durch Generatives Design oder KI wird beispielsweise das Logo von Logoshuffle oder Canva Logo Generater erstellt. Onlineservices, welche mit wenigen Angaben zum Stil des Logos tausende Entwürfe generieren. Die Schrift kann von Prototypo entwickelt werden. Für das Layout habe ich noch keine generative Lösung gefunden. Möglicherweise erstelle ich selbst den Ansatz dafür.
